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Zeitungsartikel

14.02.2017 – Heute siebenmal mehr Antidepressiva als vor 25 Jahren

Die Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) beobachtet: Nach Schätzungen der WHO sind etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland von dieser Erkrankung betroffen. Zwischen 2000 und 2013 hat sich die verschriebene Tagesmenge an Antidepressiva verdreifacht. Sechs Prozent aller Erwerbstätigen nehmen Antidepressiva. 2015 gaben allein die Gesetzlichen Krankenkassen für Antidepressiva über 750 Millionen Euro aus.
Bei diesem Trend ist nicht eindeutig zu klären, ob es heute mehr Depressive gibt oder ob sich Betroffene leichter outen. Es kann auch sein, dass Antidepressiva bereits bei leichten Formen verschrieben werden und den Ärzten Behandlungsalternativen fehlen.
In einem Interview mit Professor Tom Bschor, Chefarzt der Psychiatrie der Schlosspark-Klinik Berlin und seit 2008 Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, kritisiert er den laxen Umgang mit Antidepressiva und fordert vor allem bei leichten Depressionen medikamentenfreie Alternativen. Seiner Meinung nach würden SSRI-Präparate auch bei Problemen eingesetzt, bei denen sie nichts verloren haben, nicht wirken und die ohnehin zum Leben dazugehören wie Kummer, Trauer, Trennung, Stress. Darin sieht er erst mal nichts Krankhaftes, das sei normal.
In einer europaweiten Online-Umfrage in verschiedenen Medien erklären niedergelassene Ärzte und Psychiater, warum in Europa immer mehr Antidepressiva zum Einsatz kommen. Die große Mehrheit gab an, dass in ihrem Land eine „Verschreibungskultur“ herrsche, weil andere Hilfen für Menschen mit Depressionen nur unzureichend vorhanden seien. Deutsche Ärzte teilen diese Ansicht, sie zeigen auf einen anderen wunden Punkt. „Niedergelassene Psychiater haben ein Abrechnungsproblem“ sagte Dr. Jörg Madlener, Neurologe aus Frankfurt. „Für 40 Euro pro Quartal und angesichts des hohen Patientenandrangs kann ich eine Depression nur mit Medikamenten behandeln.“

Quelle: www.univadis.de


28.12.2016 – Psychopharmakotherapie: Keine neuen Medikamente für Patienten

In der Pharmakotherapie hat sich in den vergangenen 60 Jahren nur wenig getan, kritisierte Berliner Psychiater Professor Tom Bschor bei dem letzten DGPPN-Kongress.

Quelle: Ärzte Zeitung


02.11.2016 – Antidepressiva: Sie wirken vielfältig, sind aber auch umstritten

Vor rund 60 Jahren eher zufällig entdeckt, entwickelten sich sogenannte Antidepressiva bald von der psychiatrischen Spezialmedikation hin zur Arznei in so breitem wie flächendeckenden Einsatz. Mittlerweile nutzen Ärzte sie nicht mehr nur, um die Stimmung von Millionen depressiver Patienten aufzuhellen, auch zur Therapie von Angst-, Zwangsstörungen oder Schmerzen verordnen Mediziner die einschlägigen Substanzen gern und oft.
Deren Wirksamkeit ist aber nach wie vor umstritten.

Quelle: Apotheken Umschau


15.10.2016 – Darm und Psyche sind eng verbunden

Rund elf Prozent der Weltbevölkerung leiden unter dem Reizdarmsyndrom. Chronische Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall schränken die Betroffenen im Alltag stark ein und senken ihre Lebensqualität. Eine aktuelle Studie einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe zeigt nun, dass Stress und Angstleiden die Entstehung eines Reizdarmsyndroms begünstigen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) rät daher dazu, bei einem Reizdarmsyndrom immer auch eine psychosomatische Beratung in Betracht zu ziehen.
Das Ergebnis der neuen Studie: Sowohl das Geschlecht, als auch die Anfälligkeit für Durchfallerkrankungen, aber ebenfalls Stress und seelische Belastungen wie übermäßige Ängste spielen eine Rolle für die Entstehung eines Reizdarmsyndroms. Eine akute Infektion des Magen- und Darmtrakts löst dann in vielen Fällen den Beginn des Reizdarmsyndroms aus. Erhöht wird das Risiko einer Erkrankung durch die Wechselwirkung dieser Faktoren. Zudem waren Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch bei Menschen, die zu Durchfall unter Stress neigten sowie unter Angststörungen litten, trat das Reizdarmsyndrom eher auf.

Für die Experten, die an der Studie mitgewirkt haben, geht hieraus ein ganz klarer Handlungsbedarf hervor: „Die Studie zeigt einmal mehr, dass Psyche und körperliche Beschwerden eng zusammenhängen“, sagt Professor Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychosomatik des Universitätsklinikums Ulm und Mediensprecher der DGPM. „Für die Betroffenen geht das Reizdarmsyndrom mit einem hohen Leidensdruck einher. Um eine schnelle, ganzheitliche und nachhaltige Hilfe gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass die Betroffenen neben körperlichen eben auch seelische Ursachen in Betracht ziehen und sich frühzeitig psychologische Beratung suchen“, so Gündel. Das gelte insbesondere dann, wenn das Reizdarmsyndrom beispielsweise während oder nach einer seelisch belastenden oder „stressigen“ Lebensphase, oder im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen auftritt. Ist eine unterstützende psychotherapeutische Behandlung zur Behandlung des Reizdarmsyndroms angebracht, lernen die Patientinnen und Patienten dort beispielsweise, mit möglichen Stressoren wie belastenden inneren oder äußeren Einflüssen umzugehen, diese zu bekämpfen und dadurch gezielt die Ursachen des Reizdarmsyndroms einzudämmen.“

Quelle:  Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) e.V.


04.10.2016 – So funktioniert die Hypnose

Ganz so trivial wie es in dem Bericht des SPIEGELS dargestellt wird ist es zwar nicht, aber der Artikel ist dennoch lesenswert.

Quelle: Spiegel Online


17.01.2016 – Magersucht, das gestörte Bild vom eigenen Körper

Gefährlich dürr? Wenn Magersüchtige in den Spiegel schauen, sehen sie etwas anderes. Manche hungern sich zu Tode.
Wie kommt das Gehirn auf diesen Trip?

Quelle: Die Zeit


30.08.2015 – Welchen Patienten ein Online-Therapeut helfen kann
Bei psychischen Störungen ist schnelle Hilfe gefragt. Doch die Wartezeiten bei den Therapeuten sind lang. In Deutschland wird jetzt überprüft, wann die Online-Psychotherapie eine Alternative bietet.

Quelle: Die Welt


19.03.2015 – Düstere Geschichten helfen Depressiven
Literatur wirkt wie Medizin. Dieser Idee ist die Kritikerin Andrea Gerk gefolgt und fand heraus wie die Bibliotherapie hilft.
Ein Gespräch über die heilende Kraft von Romanen.

Quelle: FAZ


12.03.2015 – Wie Stress uns altern lässt
Welches einfache Mittel dagegen hilft lesen Sie in dem folgenden Artikel.

Quelle: Focus


05.03.2015 – Das lange Warten bis Hilfe kommt
Wer in Deutschland psychisch krank wird, muss besonders stark sein: Bis zur Therapie vergehen oft Monate, Patienten werden sich selbst überlassen.
Das Gesundheitssystem lässt Menschen allein, die sich ohnehin oft einsam fühlen.
Warum ändert sich nichts? Diese Frage geht die Süddeutsche Zeitung in Ihrem Artikel nach.

Quelle: Süddeutsche Zeitung


03.03.2015 – Warum Antidepressiva in Wahrheit unglücklich machen
Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der kontrovers diskutierten neuen Studie des Psychologen Paul Andrews von der McMaster University in Ohio.

Quelle: The Huffingtonpost in Zusammenarbeit mit Focus


27.02.2015 – Depressionen immer häufiger
Psychische Erkrankungen verursachen laut Zahlen der Krankenkasse DAK bei Arbeitnehmern immer mehr Fehltage. Insgesamt entfielen 2014 knapp 17 Prozent aller Ausfalltage auf Depressionen, Angststörungen und andere psychische Leiden, wie die Kasse mitteilte.
Das ist ein Anstieg um knapp zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit rangieren diese Diagnosen erstmals auf Platz zwei der Fehltage-Statistik. Lediglich Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen sorgten 2014 für noch mehr Ausfalltage.
Vor allem die Zahl der Fehltage durch Depressionen war im vergangenen Jahr so hoch wie nie. 2014 entfielen demnach auf hundert DAK-Versicherte 112 Ausfalltage wegen Depressionen. Das sei eine Verdoppelung binnen zehn Jahren.
Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit wertete diese Entwicklung als Hinweis dafür, dass das Bewusstsein und die Sensibilität für psychische Leiden sowohl bei den Ärzten als auch bei den Patienten gestiegen ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt im übrigen der ΄Depressionsatlas΄ der Techniker Krankenkasse (TK), der am Mittwoch offiziell vorgestellt wird. Der ΄Spiegel΄ hatte bereits vorab unter Berufung auf die TK-Daten berichtet, dass Depressionen der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen sind.“
Quelle: Stuttgarter Zeitung – Stadtausgabe / 28.01.2015, S.16

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage der Ärztezeitung vom 31.01.2015: Viele Ärzte tun sich schwer mit Depressionen
Der Artikel berichtet über eine Studie des Rheingold Instituts: Von den befragten Ärzten – Allgemeinmediziner, Internisten und Gynäkologen – wollte das Rheingold Institut wissen, wie sie mit Betroffenen umgehen. Das Ergebnis: Die Mediziner tun sich schwer mit der Depression, so Psychologin Langebartels.
Ein Grund dafür sei die Furcht vor dem möglichen Suizid des Patienten. Dazu komme, dass Menschen mit Depressionen besonders viel Aufmerksamkeit beanspruchen. Schließlich löse die Erkrankung bei vielen Ärzten ein tiefgehendes Unbehagen aus.
„Ärzte verspüren, dass sie im Umgang mit depressiven Patienten in etwas hineingeraten, was ihnen zutiefst unheimlich ist und was sie nicht direkt in den Griff bekommen können“, schreiben die Verfasser der Studie. Psychologisch gerieten Mediziner damit in eine ähnliche Situation wie ihre depressiven Patienten. Es bestehe die Gefahr, dass Ärzte sich statt einer ganzheitlichen Behandlung in oberflächliche Kategorisierungen flüchten oder die Krankheit als reine Stoffwechselerkrankung betrachten und Psychopharmaka verschreiben, meinen die Psychologen …

Quelle: Ärztezeitung


12.02.2015 – Hypochondrie, die qualvollen Leiden eingebildeter Kranker
Jedes Wehwehchen wird zum Vorboten des nahenden Endes, Arztbesuche werden zu einer quälenden Sucht: Hypochonder leiden ständig unter Krankheitsängsten. Wie ihnen trotzdem geholfen werden kann.

Quelle: Die Welt


22.01.2015 – Und dann haben Sie eine F-Nummer
Den Freunden offen von der Psychotherapie erzählen, den Kollegen vom Burnout – das scheint inzwischen Normalität.
Sind psychische Krankheiten völlig „entstigmatisiert“? Stigmaforscher sagen: im Gegenteil.

Quelle: FAZ


13.01.2015 – Daran erkennen Sie einen schlechten Psychotherapeuten
Um einen guten Therapeuten zu finden, hilft nur eins: Ausprobieren und auf das eigene Gefühl vertrauen. Sagt die innere Stimme, dass etwas nicht passt, könnte es an einem dieser fünf Punkte liegen.

Quelle: stern.de


07.04.2014 – So kriegen Sie vielleicht Ihren Partner zur Psychotherapie
Wenn der Partner psychische Probleme hat, belastet das die Beziehung. Therapien können helfen, manchmal sogar Ehen retten. Doch was macht man, wenn sich der andere nicht behandeln lassen will? „Psychotherapie? Ich bin doch nicht verrückt!“ Obwohl jeder Krisen kennt, möchte keiner krank sein. Dabei hat laut Bundesärztekammer (BÄK) jeder Dritte einmal im Jahr psychische Probleme, 40 Prozent der Bundesbürger weisen einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung auf. Kein Grund zu verzweifeln, denn Psychotherapien können helfen. Voraussetzung für eine Therapie ist Leidensdruck, Eigenmotivation und die Einsicht, dass man ein Problem hat. Doch niemand gibt gerne Schwächen zu. Daher ist es schon eine Leistung, sich selbst einzugestehen, dass man eine Therapie braucht.
Was aber, wenn der Partner leidet – und sich nicht helfen lassen will?
„Psychisch Kranke sind oft uneinsichtig, bagatellisieren oder leugnen ihre Probleme. Deshalb dauert es häufig Jahre, bis jemand die Therapie annimmt, die schon längst notwendig und hilfreich gewesen wäre“, sagt Helmut Kolitzus, Facharzt für psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie.
Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Betroffene kennen viele vermeintliche Argumente, die gegen den Besuch eines Psychologen sprechen. „Das hilft eh nicht“, „Der Psychologe ist ein Stümper“ oder „Ein Paartherapeut hetzt dich nur gegen mich auf.“ Solche Ängste sollte man ernst nehmen und mit dem Partner besprechen, um sie aus dem Weg zu räumen. Oft sind die tatsächlichen Gründe für den Widerstand aber andere. Wer sich therapieren will, gibt zu: Ich schaffe das nicht allein. „Daher sträuben sich vor allem Perfektionisten lange dagegen“, sagt Kolitzus.
Natürlich kann man den Partner bitten, zu einem Facharzt zu gehen. Ihn mit dem Satz „Entweder du machst eine Therapie, oder ich verlasse dich!“ zwingen zu wollen, sollte aber der letzte Schritt sein. Entweder, der Druck führt zu Widerstand und der Partner will nun auf gar keinen Fall mehr – oder er geht nur dem Freund oder der Freundin zuliebe zum Psychologen, ist also nicht von der Therapie überzeugt und wird deshalb nicht an sich arbeiten wollen.“
Im Artikel des Spiegels werden einige Möglichkeiten zusammengetragen, wie man seinen Partner vielleicht doch überzeugen kann. Der Aufwand lohnt sich: Studien haben ergeben, dass sich zwei Drittel nach einer Therapie deutlich besser oder sogar geheilt fühlen.

Quelle: spiegel.de


10.06.2011 – Seelsorge für die Industrie
Der Spiegel-Artikel berichtet über die Verflechtungen der Pharmaindustrie zu Neurologen und Psychiatern.

Quelle: spiegel.de


08.06.2011 – Burnout | Modediagnose oder ernstzunehmende Krankheit?
Unter der Titelgeschichte „Der Erschöpfung auf der Spur“ gibt der Stern ein differenziertes Bild über das neue Volksleiden ab. Aktuelle Forschungserkenntnisse helfen, die große Erschöpfung besser zu verstehen und machen Hoffnung auf Heilung.

Quelle: stern.de


15.02.2011 – Benachteiligung von Patienten mit Psycho-Diagnosen
Darüber berichtet aktuell die Frankfurter Rundschau unter der Überschrift „Auf dem Weg zum gläsernen Patienten„: „Wer in einer Krise professionelle Hilfe nutzt, verbaut sich womöglich die berufliche Zukunft. Wenn jemand eine Psychotherapie macht, kann er zum Beispiel Schwierigkeiten bekommen, verbeamtet zu werden‘, sagt Jürgen Hardt, Präsident der hessischen Psychotherapeutenkammer. Soziale Benachteiligung hat er auch bei den Assekuranzen beobachtet. Wer eine Lebensversicherung oder eine gegen Berufsunfähigkeit abschließen wolle, sei gut beraten, eine vorausgegangene Therapie zu verschweigen. Das werde von diesem Jahr an schwieriger. Seit 1. Januar an sollen alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten den Krankenkassen exakt mitteilen, warum sie einen Patienten behandelt haben….“

Quelle: Frankfurter Rundschau


14.01.2011 – Die Nebenwirkungen der Psychotherapie
Was wir von den Medikamenten her bestens kennen, kann durchwegs auch in (hoffentlich) wenigen Einzelfällen für die Psychotherapie zutreffen.

Quelle: Stuttgarter Zeitung


11.01.2011 – Sport beugt Depressionen und Panikattacken vor
Diese nicht ganz neue These meldete die Ärzte-Zeitung und zitiert einige neue Studien, die diesen Effekt belegen.

Quelle: Ärzte Zeitung Verlags-GmbH


03.02.2010 – Kosten und Nutzen der Seelenbehandlung
Mehr denn je gilt, dass die Psychotherapie das beste Verfahren zur Behandlung psychischer Störungen ist.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung


02.02.2010 – Psychologische Online- und Telefon-Beratung boomt
Dahinter steckt oft skrupellose Abzocke. Zu diesem Testergebnis kam die Fachzeitschrift GUTER RAT.

Quelle: Guter Rat.de


26.01.2010 – Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch
Das dritte Jahr in Folge sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen in Deutschland leicht angestiegen. Von Januar bis Oktober 2009 lagen sie bei 4,0 % und haben damit wieder den Stand von 2003 erreicht. Die gravierendsten Steigerungsraten gab es nach wie vor bei den psychischen Erkrankungen.

Häufigste Krankheitsursachen:
Auf Muskel- und Skeletterkrankungen gehen mit 26 Prozent die meisten Krankentage zurück, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16 %. An dritter Stelle folgen Verletzungen (14 %), deren Anteil gegenüber den Vorjahren abnahm. Psychische Erkrankungen sind aktuell mit 10 % aller Krankentage die viertwichtigste Krankheitsgruppe; vor rund 30 Jahren tauchten sie in den Gesundheitsstatistiken kaum auf (1976: 2 %).

Psychische Erkrankungen —> Betroffene Berufe und häufigste Diagnosen

Besonders häufig von seelischen Leiden betroffen sind bei den weiblichen Beschäftigten Telefonistinnen, Krankenpflegerinnen und Sozialarbeiterinnen; bei den Männern Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Schienenfahrzeugführer sowie Krankenpfleger. Ebenfalls über dem Durchschnitt liegen einige Branchen mit insgesamt niedrigen Krankenständen wie den Informationsdienstleistungen, das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie Verlage und Medienhäuser.

Die steilsten Steigerungsraten bei psychischen Krankheiten weisen Arbeitslose auf. In den letzten vier Jahren verdoppelten sich ihre psychisch verursachten Krankheitstage; überdurchschnittlich hohe Zunahmen lassen sich jedoch auch bei Führungskräften feststellen.

Häufigste psychische Erkrankungen sind Angststörungen und Depressionen. Bei rund 20 % aller weiblichen und jedem zehnten männlichen Versicherten über 50 wurden Depressionen diagnostiziert. Die Zunahme dieser Erkrankungen liegt auch an verstärkter Diagnostik und Dokumentation durch die behandelnden Ärzte. Auch rücken „neuere“ Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom in den Vordergrund.

Quelle: AUDI Betriebskrankenkasse


31.08.2008 – Rückfallprophylaxe bei Depression
Bis zum Jahr 2020 sollen Untersuchungen zufolge affektive Störungen, zu denen auch die Depression gehört, neben den Herz-Kreislauferkrankungen weltweit das häufigste Leiden sein und die höchsten Kosten verursachen. Obwohl die einzelne depressive Episode mittlerweile aufgrund moderner Therapiemöglichkeiten gut behandelt werden kann, kommt es häufig zu Rückfällen bis hin zu einem chronischen Verlauf der Erkrankung. Deshalb verdienen Vorbeugung und Verhütung depressiver Episoden besondere Aufmerksamkeit. Ein Aufsatz in der Fachzeitschrift „Psychiatrie und Psychotherapie up2date“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008) warnt davor, dass mit jeder weiteren Episode das Risiko für eine Wiedererkrankung, die Entwicklung einer Therapieresistenz und für das Einmünden in einen chronischen Verlauf zunehmen.

Nach drei Episoden einer schweren Depression liegt die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen bereits bei 90 Prozent. Das Tückische an dem Krankheitsverlauf liegt darin, dass selbst bei Patienten, die nach einer ersten depressiven Episode über fünf Jahr beschwerdefrei waren, sehr häufig eine erneute Episode auftreten kann. Bei knapp einem Drittel der Patienten bleiben trotz Behandlung der akuten Episode restliche Symptome bestehen, die besonders sorgfältig beobachtet werden müssen. 15 Prozent der depressiven Patienten begehen im weiteren Verlauf einen Suizid .

Praktisch alle Medikamente (Antidepressiva und auch Lithium), die in der akuten Erkrankungsphase zur Symptomfreiheit führten, reduzieren bei Fortführung der Therapie das Risiko eines Rückfalls. Eine genaue Einschätzung ist allerdings nicht möglich, da bei Einnahme von Plazebos die Rückfallrate bei 40 Prozent liegt, unter depressiver Therapie nur halb so häufig. Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Effektivität verschiedener Antidepressiva festgestellt werden. Neben der Verordnung von Medikamenten sind weitere nicht-pharmakologische Maßnahmen erforderlich. Da ist vor allem die Psychoedukation zu nennen: Den Patienten und Angehörigen sollte zur Verbesserung der Compliance ein verständliches Krankheitsmodell vermittelt werden. Das betrifft sowohl Ursache und Verlauf der Erkrankung, Wirkung der Medikamente sowie potenzielle Risiken und mögliche Nebenwirkungen. Wichtig ist es, dem Patienten zu erläutern, dass die Arzneimitteltherapie biologische Aspekte der Erkrankung, wie eine Stoffwechselstörung im Gehirn, auch nach Abklingen der akuten Symptome behandelt und daher langfristig notwendig sein kann. Neben der Therapie mit Arzneimitteln sollte auch eine psychotherapeutische Behandlung in Erwägung gezogen werden, insbesondere in den Fällen, in denen eine Arzneimitteltherapie auf Dauer, aufgrund nicht tolerabler Nebenwirkungen, fehlender Compliance oder Schwangerschaft schwierig ist. Psychotherapeutische Behandlung wie zum Beispiel interpersonelle Psychotherapie oder kognitive Verhaltenstherapie, führen zu verbesserter sozialer Anpassung, Leistungsfähigkeit und Compliance.

Quelle: Georg Thieme Verlag


18.08.2008 – Psychotherapie beim Hausarzt muss angegeben werden
Viele Berufstätige können keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, weil sie einmal in psychotherapeutischer Behandlung waren. Das lässt sich auch nicht dadurch umgehen, dass die Behandlung beim Haus- oder Allgemeinarzt stattfindet.

«Sie müssen nicht nur sagen, welcher Art die Behandlung war und wie lange sie andauerte», sagte Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. «Sie müssen in der Gesundheitsprüfung vor Vertragsschluss schließlich auch angeben, wo Sie in Behandlung waren.»

Für den Versicherer mache es dann keinen Unterschied, ob die Therapie beim Allgemein- oder Facharzt stattfand. Psychische Erkrankungen seien auf dem Vormarsch und als Auslöser für Berufsunfähigkeit heute häufiger als früher. «Deshalb fragen die Versicherer nach der Krankengeschichte der vergangenen fünf oder zehn Jahre», sagte Boss. Neue, gute Angebote verfolgen nach ihren Angaben meist die Fünf-Jahres-Regel.

Quelle: Süddeutsche Zeitung


30.07.2008 – Joggen macht „high“
Endorphin-Ausschüttung erstmals nachgewiesen
Weltweit sind sich Laien, Experten und Medien einig: Ausdauerndes Joggen hebt die Stimmung.
Dabei wird körpereigenen Opioiden, so genannten Endorphinen, eine verantwortliche Rolle zugeschrieben. Der Beweis dafür konnte -bisher zumindest- nicht erbracht werden.
Forschern der TU München und der Uni Bonn ist es jetzt erstmals gelungen, die Ursache des beim Langstreckenlauf auftretenden Hochgefühls mittels bildgebenden Studien zu belegen. Die Ergebnisse sind vor allem auch für Patienten relevant, die unter chronischen Schmerzen leiden.
Endorphine werden nämlich auch in jenen Hirnbereichen ausgeschüttet, die an der Unterdrückung von Schmerzen beteiligt sind.
Tanja Schmidhofer, TU München

Quelle: KOMMUNIKATION & SEMINAR (Heft 3/2008)


24.05.2008 – Online Psychotherapien sind erstaunlich wirksam …
…. wie zwei kontrollierte Studien belegen.

Von 96 Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung zeigten nach einer strukturierten kognitiven Verhaltenstherapie per Internet und E-Mail 74% klinische Besserung oder waren symptomfrei.
Bei 55 Patienten mit schwerwiegender Trauer betrug die Erfolgsquote sogar 81%; die Besserung hielt auch 1 1/2 Jahre nach der Therapie noch an. Obwohl der direkte persönliche Kontakt zum Therapeuten fehlte, berichteten die Patienten über „ein hohes Niveau der therapeutischen Beziehung“.
Untersucher: Andreas Maercker u. a., Uni Zürich

Quelle: PSYCHOLOGIE HEUTE (Heft Juni 2008)


29.04.2008 – Diagnose Krebs im Endstadium – Vor Psychotherapie nicht zurückschrecken!
Patienten mit Krebs im Endstadium leiden nicht selten unter depressiven Zuständen – Psychotherapie kann helfen.
Depressive Symptome sind unter Patienten mit Krebs in einem nicht mehr heilbaren Stadium keine Seltenheit. Psychotherapie kann das Befinden der Patienten verbessern, wie Wissenschaftler nach einer Auswertung von sechs Studien mit mehr als 500 Patienten feststellten (Cochrane Database of Systematic Reviews). Besonders positiv scheint sich eine unterstützende Gruppentherapie auszuwirken, bei der die Betroffenen miteinander über ihre Ängste und Gefühle kommunizieren.

Im klinischen Alltag würden depressive Zustände bei Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Stadium oftmals unterschätzt oder auf Ängste im Zusammenhang mit dem Sterben bezogen, so die Forscher. Allerdings seien depressive Zustände nicht dasselbe wie Todesängste oder Traurigkeit. Depressive Patienten erleben ihre Situation demnach vor allem als hoffnungslos und fühlen sich hilf- und wertlos, so als würden sie bereits zu Lebzeiten nicht mehr am Leben teilnehmen. Eine wirksame Behandlung der depressiven Symptome kann in vielen Fällen die Lebenssituation der Krebspatienten entscheidend verbessern.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
http://www.krebsgesellschaft.de/news_detail,4063,,103626,detail.html


27.02.2008 – Keine Wirkung von Antidepressiva?
Forscher bezweifeln Wirkung von Prozac
Eine neue Studie bringt die Hersteller von Medikamenten gegen Depressionen in Erklärungsnot: In vielen Fällen wirke eine bestimmte Klasse von Stoffen kaum besser als Scheinmedikamente. Dazu gehört auch das Antidepressivum Prozac, das weltweit 40 Millionen Menschen schlucken.
Irving Kirsch von der University of Hull macht sich keine Freunde auf Seiten der Pharmaindustrie: „Der Unterschied in der Besserung bei Patienten, die Placebos nehmen und Patienten, die Antidepressiva nehmen, ist nicht sehr groß“, fasst Kirsch die Ergebnisse einer Analyse zusammen, die er mit fünf Kollegen aus den USA und Kanada durchgeführt hat. Nur bei schweren Depressionen würden sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) überhaupt wirken, so die Schlussfolgerung der Psychiater und Psychologen.
Die im Online-Fachmagazin „PLoS Medicine“ (Public Library of Science Medicine, Bd. 5, e45) veröffentlichte Studie dürfte hohe Wellen schlagen. Schon heute widmen britische Zeitungen und Nachrichten-Websites ihre Titelseiten dem Thema. „Prozac und ähnliche Medikamente wirken nicht, sagen Wissenschaftler“, titelt etwa der „Guardian“.

SSRIs haben Antidepressiva in den Mainstream gebracht, besonders in den USA, wo Prozac in den Neunzigern zu einer Art Lifestyledroge hochstilisiert wurde. Allein dessen Wirkstoff Fluoxetin nehmen dem „Guardian“ zufolge derzeit 40 Millionen Menschen weltweit ein.

Die Forscher um Kirsch analysierten Daten aus 47 veröffentlichten und unveröffentlichten Klinikstudien. Dabei untersuchten sie vier häufig verschriebene Medikamente, deren Hauptwirkstoffe Fluoxetin und Paroxetin zur Kategorie der SSRIs gehören sowie das SNRI-Medikament Venlafaxin. Die Daten kamen von der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA). Dieser müssen die Ergebnisse von Vorstudien vorgelegt werden, bevor ein Medikament in den USA zugelassen wird.

In ihre Analyse bezogen Kirsch und seine Kollegen nicht nur in Fachjournalen veröffentlichte Studien ein, sondern auch solche, die keine bedeutsamen Ergebnisse erbrachten und deshalb in den Schubladen der Pharmakonzerne verschwanden. Dass Studien ohne konkretes Ergebnis nicht veröffentlicht werden, ist gängige Praxis – wird aber gerade im Bereich der Psychopharmakologie in letzter Zeit vermehrt kritisiert. Denn wenn nur Studien publiziert werden, die Effekte zeigen, kann die vermeintliche Wirkung eines neuen Medikaments leicht überschätzt werden. Erst kürzlich kritisierte eine Studie die „selektive Veröffentlichungspraxis“ gerade im Bereich der Antidepressiva. Gerade SSRIs waren in jüngerer Zeit zudem in die Kritik geraten, weil es Hinweise gibt, dass sie die Selbstmordneigung bei sehr jungen Patienten eher steigern als senken könnten. „Ernste Probleme mit der Veröffentlichung von Daten“

Der nun erstellte Überblick lasse den Schluss zu, so Kirsch, „dass es wenig Grund gibt, antidepressive Medikamente irgendjemandem außer den am schwersten depressiven Patienten zu verschreiben.“ Ansonsten sei das nur sinnvoll, wenn alternative Behandlungsmethoden bereits gescheitert seien. Die Studie mache zudem deutlich, dass „es ernste Probleme im Zusammenhang mit der Lizensierung von Medikamenten und der Art und Weise gibt, wie Daten aus Medikamentenstudien veröffentlicht werden“.

Kirsch und Kollegen reduzierten die Depressionsdiagnose auf einen Zahlenwert – auf der sogenannten Hamilton-Skala („Hamilton Rating Scale of Depression“, HRSD). Der Punktwert setzt sich aus der Stärke verschiedener Depressionssymptome zusammen, etwa Antriebslosigkeit, Missstimmung und vegetativen Symptomen. Ein Wert von über 18 Punkten auf der Skala deutet auf eine schwere, ein Wert von über 23 auf eine sehr schwere Depression hin. Der reine Zahlenwert allein kann aber nicht das Kriterium sein, sagt Dieter Ebert vom Universitätsklinikum Freiburg: „Das Problem ist die Diagnose der Depression.“ Die Zahl an sich sei nicht das entscheidende, sondern ob der Patient tatsächlich an einer krankheitswertigen Depression oder vielleicht an einer vorübergehenden depressiven Verstimmung leide, ausgelöst beispielsweise durch ein belastendes Ereignis. Starke Wirkung nur bei schwer Depressiven

Klinische Studien arbeiten im Regelfall mit der Doppel-Blind-Methode: Weder Versuchsleiter noch Patienten wissen, ob ein Teilnehmer tatsächlich das Medikament oder ein Scheinmedikament, ein Placebo bekommt. Der Unterschied zwischen der Placebogruppe und der, die den Wirkstoff bekam, ist das entscheidende Ergebnis. Dieser Unterschied, gemittelt über alle betrachteten Studien, betrage laut ihrer Analyse nur 1,8 Punkte auf der Hamilton-Skala, so Kirsch und Kollegen. Das sei zwar statistisch signifikant, liege aber deutlich unter dem Wirksamkeitskriterium von drei Punkten Unterschied, das das britische National Institute for Clinical Excellence (NICE) aufgestellt habe. Einen so großen Unterschied zwischen SSRI-Behandlung und Placebo habe man nur für die am schwersten depressiven Patienten mit einem Hamilton-Wert über 28 finden können, so die Forscher. Auch dieser Effekt basiere vermutlich eher darauf, dass in dieser Gruppe der Placeboeffekt geringer ausfalle als bei weniger stark depressiven Patienten, schreibt das Team. Es handele sich wohl eher „um eine Abnahme der Reaktion auf das Placebo als um eine Zunahme der Reaktion auf das Medikament“. Das allerdings setzt voraus, dass das Medikament tatsächlich wirkt – ein Beleg für die tatsächliche Unwirksamkeit dieser Medikamentengruppe ist die Studie also nicht. Sie weist aber darauf hin, dass die Wirkung bei vielen Patienten schwächer sein könnte, als man bislang vermutete. Klinische Praxis als Gegenargument

Dieter Ebert gibt zu bedenken, dass das Ergebnis auch mit der Vorauswahl der in den Studien vertretenen Patienten zusammenhängen könnte: Der Hamilton-Wert allein sei kein ausreichendes Kriterium für Depressionen – und Menschen, die nicht wirklich an einer klinischen Depression mit den entsprechenden biochemischen Veränderungen im Gehirn litten, könnten SSRIs eben auch nicht helfen. Eine krankheitswertige Depression könne andererseits auch mit einem relativ niedrigen Wert auf der Hamilton-Skala einhergehen. Das Ergebnis der Studie sei deshalb problematisch, weil „es nahelegt, dass bei leichten Depressionen Medikament und Placebo gleich gut wirken“. Dagegen aber spreche die klinische Praxis.

Die Pharmakonzerne, die entsprechende Medikamente herstellen, reagierten erwartungsgemäß mit Ablehnung auf die Studie. Der Hersteller Eli Lilly veröffentlichte eine Stellungnahme, die darauf verweist, dass das eigene Produkt Fluoxetin (der Wirkstoff von Prozac) „seit seiner Entdeckung 1972 eines der meistuntersuchten Medikamente der Welt“ sei. „Extensive wissenschaftliche und medizinische Erfahrungen haben demonstriert, dass Fluoxetin eine effektives Antidepressivum ist“. Ein Sprecher von GlaxoSmithKline, dem Hersteller von Seroxat, verwies ebenfalls auf die klinische Praxis, die „sehr positive“ Ergebnisse erbracht habe. Zudem sei „nur eine kleine Untergruppe der gesamten verfügbaren Daten“ untersucht worden. Man solle die Studie nicht verwenden, um „unnötige Besorgnis unter Patienten auszulösen“.
Autor: Christian Stöcker

Mit Material von dpa
Der Original-Artikel ist unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,537832,00.html nachlesbar.


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