Depressionen

Wie kann Hypnose bei Depressionen helfen?

Depressionen sind hinter den Angsterkrankungen die zweithäufigste psychische Störung.

Statistik über die häufigsten psychischen Erkrankungen

Was viele über Depressionen nicht wissen

Viele Menschen können Depressionen für eine Phase der Traurigkeit halten – doch sie sind oft viel mehr als das. Sie können das ganze Leben auf den Kopf stellen und sind nicht selten tief verwurzelt in unseren Erfahrungen, unserer Biologie und unseren Gedankenmustern.

Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken – etwa, wenn es bereits Fälle in der Familie gibt.

Aber auch Stress, Überforderung, ungelöste innere Konflikte oder bestimmte Lebenssituationen können dazu führen, dass man langsam den Boden unter den Füßen verliert.

trauriger mann hält sich kopf Statue

Verlauf: Depressionen können sich auf verschiedene Weise manifestieren und variieren stark von Person zu Person. 

 

 

Typisch für eine Depression sind tiefe Erschöpfung, Rückzug, das Gefühl, nichts mehr zu empfinden, Schlafprobleme, Appetitveränderungen oder ein ständiges Grübeln. Bei manchen verschwinden die Symptome nach einigen Wochen, bei anderen dauert es Monate oder Jahre – besonders dann, wenn der oder die Betroffene keine Hilfe in Anspruch nimmt.

Frau barfuß auf dem Boden zusammengekauert

Merkmale erfolgreicher TherapieGlücklicherweise gibt es verschiedene effektive Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen. Eine der bewährtesten Methoden ist die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), bei der der Fokus auf dem Erkennen und Verändern negativer Denkmuster und Verhaltensweisen liegt. CBT hat sich als eine wirksame Methode zur Verbesserung der Stimmung und des Lebensfunktionsniveaus bei Menschen mit Depressionen erwiesen.

 

Zusätzlich zur CBT kann die medikamentöse Behandlung eingesetzt werden. Antidepressiva regulieren die Neurotransmitter im Gehirn und können bei vielen Menschen eine deutliche Besserung der Symptome bewirken. Inwieweit das wirklich zutrifft wird durch neueste Forschungsergebnisse der Charité Berlin mittlerweile angezweifelt.

 

Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist die psychodynamische Therapie. Diese Methode zielt darauf ab, tief verwurzelte Konflikte und psychische Zusammenhänge zu ergründen und eine nachhaltige Veränderung zu erreichen. In der Kombination mit der Heilhypnose nach Milton H. Erickson werden unbewusst wirkende Mechanismen aufgedeckt, gelöst und weiterentwickelt.

 

Was sind die Wirkfaktoren einer Hypnosetherapie nach Milton H. Erickson und wo sind Ihre Grenzen?

Die Hypnosetherapie nach Milton H. Erickson kann eine Depression auf mehreren Ebenen wirksam unterstützen, insbesondere wenn sie als Teil eines ganzheitlichen Therapieansatzes eingesetzt wird. Ericksonischer Hypnose geht es weniger darum, Symptome direkt zu „bekämpfen“, sondern vielmehr darum, innere Ressourcen zu aktivieren, neue Perspektiven zu eröffnen und tief verwurzelte Muster zu transformieren.

  1. Aktivierung von Ressourcen:
    • Depressionen sind oft mit Gefühlen der Hilflosigkeit und einem Verlust an Selbstwirksamkeit verbunden. In der Hypnose wird der Klient in einen entspannten Zustand geführt, in dem er Zugang zu inneren Stärken und positiven Erfahrungen erhält. Diese Ressourcen können wieder aktiviert werden, um das Gefühl von Kontrolle und Selbstbewusstsein zu stärken.
  1. Neuausrichtung des Denkens:
    • In der Depression sind oft negative Denkmuster wie Grübeln und Selbstabwertung vorherrschend. Hypnose kann helfen, diese destruktiven Gedankenmuster auf sanfte Weise zu durchbrechen und neue, förderliche Perspektiven zu integrieren.
  1. Auflösen von emotionalen Blockaden:
    • Ericksonischer Hypnose geht es darum, tief liegende emotionale Muster aufzudecken und zu verändern, ohne diese direkt zu konfrontieren. Über Geschichten, Metaphern oder symbolische Bilder können unbewusste Blockaden behutsam bearbeitet werden.
  1. Förderung von Selbstfürsorge:
    • Depressive Menschen haben oft Schwierigkeiten, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen. Hypnose kann genutzt werden, um die Beziehung zur eigenen Person zu stärken und Selbstfürsorge neu zu lernen.
  1. Verarbeitung von Traumata oder belastenden Erfahrungen:
    • Wenn die Depression mit unverarbeiteten Erlebnissen zusammenhängt, kann Hypnose helfen, diese auf einer sicheren, nicht konfrontativen Ebene zu bearbeiten.
  1. Regulation des Nervensystems:
    • Der Zustand der Trance ermöglicht eine tiefe Entspannung, die das überaktive Stresssystem beruhigen kann. Dies unterstützt die Regulation von Schlaf, Appetit und innerer Unruhe, die häufig mit Depressionen einhergehen.

Vorteile der Ericksonischen Hypnose bei Depressionen

  • Indirekte Ansprache: Statt Widerstände direkt anzugehen, arbeitet Ericksonische Hypnose mit subtilen, indirekten Suggestionen und Metaphern, die das Unbewusste erreichen.
  • Individuelle Anpassung: Jeder Mensch wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen. Die Hypnose wird individuell auf die Bedürfnisse, Lebensgeschichte und Ressourcen des Klienten abgestimmt.
  • Schonender Ansatz: Hypnose kann als sanfte Methode empfunden werden, insbesondere bei Menschen, die sich von direkten konfrontativen Methoden überfordert fühlen.

Grenzen der Hypnosetherapie

Schwere Depressionen: Bei schweren Depressionen (z. B. mit Suizidgedanken oder psychotischen Symptomen) sollte Hypnose ausschließlich in Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen (z. B. Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung) angewendet werden.

Akute Krisen: In akuten Krisensituationen ist Hypnose nicht das Mittel der Wahl. Hier sind stabilisierende Maßnahmen und engmaschige Betreuung essenziell.

Individuelle Eignung: Nicht jeder Klient ist gleichermaßen für Hypnose empfänglich. Manche Menschen benötigen andere Methoden, um Veränderungen zu erreichen.

Bild einer Frau mit doppelter Bedeutung depressiv und freudig

Fazit: Hypnose kann ein sanfter, aber kraftvoller Weg aus der Depression sein – wenn sie vom Hypnosetherapeuten mit Bedacht eingesetzt wird. 

Sie hilft über die Arbeit mit den unbewussten Anteilen auf eine besondere Art und Weise in Kontakt mit sich selbst zu kommen, neue Perspektiven zu entwickeln und alte Muster zu verändern

Manchmal kann schon ein einziger neuer Gedanke helfen, der etwas in Bewegung bringt.

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